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Die vergessene Streuobstwiese

Unsere Klassen
Wer sind wir
Bau von Nistkästen
Das ist einer der Nistkästen, den wir in einer Werkstatt gebaut haben.
Maxis Nistkasten
Die Nistkästen wurden auf der Streuobstwiese aufgehängt. Vielleicht brütet im nächsten Frühjahr dort ein Gartenrotschwanz
Benjeshecke
Wir besorgen Material und legen eine Benjeshecke an
Benjeshecke
Aus dem Material haben wir begonnen, die Benjeshecke anzulegen
Apfelbaum
Wir pflanzen unseren Klassenbaum
Und noch ein Gedicht
Eine Klassenkameradin hat ein Gedicht von der Streuobstwiese in Rehbrücke verfasst

In Bergholz– Rehbrücke wurde in den 90er Jahren an der Feldstraße unsere Streuobstwiese angelegt. Sie war eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für die totale Abholzung des Grundstücks Arthur- Scheunert- Allee Ecke Richard- Kuckuck- Straße zugunsten des jetzt dort befindlichen Wohn- und Geschäftshauses. Der Investor musste 60 000 DM Ersatz zahlen,  wovon die Gemeinde das Grundstück an der Feldstraße erwarb und dort eine Streuobstwiese anlegte. Die Größe der Wiese beträgt ca.1, 2  Hektar.

 

Streuobstwiesen wurden ab dem 18. Jahrhundert oft gürtelartig um die Dörfer angelegt oder verbanden einzelne Dörfer miteinander. Oft wurden sie auch gemeinschaftlich aufgelegt und genutzt. Auf Streuobstwiesen stehen verstreute Obstbäume. Von den Bauern wurde das Gras häufig als Einstreu genutzt, da es so hart war, dass es als Futter für die Tiere nicht taugte. Daher stammt auch die Bezeichnung- Streuobstwiese. Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte der Streuobstanbau eine große kulturelle, soziale und ökologische Bedeutung. Danach bestand nicht mehr eine so große Notwendigkeit, zur Ernährung auf dem Lande durch Streuobstanbau beizutragen. Häufig wurden die Streuobstwiesen in Ackerland umgewandelt oder es wurden auf ihnen Siedlungen und Straßen angelegt. Deshalb gingen die Streuobstwiesen immer weiter zurück und gehören heute zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.

 

Leider wurde die Streuobstwiese in Rehbrücke nie gepflegt. Es entstanden Fraßschäden und einige Bäume sind schon eingegangen.

 

 Angeregt durch den Wettbewerb,, Erlebter Frühling 2008“ haben die Tier- und Pflanzenwelt. auf der Streuobstwiese in Rehbrücke beobachtet und uns somit diesem Lebensraum bekannt gemacht. Aber wir haben auch durch unsere Arbeit die Lebensbedingungen für die Tiere und Pflanzen verbessert.

 

Am 11.3.08 besuchten wir das 1.Mal die Streuobstwiese in Rehbrücke und stellten fest, dass sie lange Zeit nicht gepflegt war. Das Gras war verfilzt und nicht gemäht. Einige Bäume waren  abgestorben, an Kirsch-, Pflaumen- und Apfelbäumen war Wildwuchs.

Wir erfuhren
vom Landschaftsplaner Herrn vom Lehn, dass immer mehr Tier- und Pflanzenarten aussterben. Streuobstwiesen sind wichtige Lebensräume für sie. Deshalb beschlossen wir, gemeinsam mit unseren Klassenleitern und Herrn vom Lehn, ein Konzept zu entwickeln, um

mehr über die Streuobstwiese zu erfahren.

 

Durch unsere praktische Arbeit wollten wir die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere verbessern.

 

Wir informierten uns, welche Vogelarten auf einer Streuobstwiese leben. Da die Bäume noch sehr jung sind, bieten sie kaum Nistmöglichkeiten. Deshalb bauten wir Nistkästen für Meisen, Gartenrotschwänze und Fledermäuse und hängten sie auf der Wiese auf.

 

Im Unterricht erfuhren wir, welche  Vorteile eine Benjeshecke bietet. Sie wurde nach ihren Erfindern, den Brüdern Benjes, benannt. Die Benjeshecke besteht aus locker aufgestapelten Ästen & Zweigen, die kleine Pflanzen schützen, bis sie groß sind. Die Hecke zieht auch

Tiere wie ein Magnet an. Hier finden viele Vogelarten und auch andere Tiere Schutz und Nahrung. Ihr Kot und ihre versteckten Nahrungsvorräte beschleunigen das Aussamen von Pflanzen.

 

In 2 Arbeitseinsätzen brachten wir Weidematerial, das bei Pflegearbeiten an den Kopfweiden am Rehgraben angefallen war und Schnittgut von Erlen auf die Wiese, um eine Benjeshecke anzulegen. Bei unseren regelmäßigen Besuchen auf der Wiese schauten wir immer wieder

nach, ob sich schon Tiere in der Hecke angesiedelt haben.


Bei dem Imker der seine Bienenstöcke neben der Streuobstwiese hat, informierten wir und über das Leben der Bienen.

 

Um Wildbienen anzulocken, wollen wir im Sachkundeunterricht noch eine Insektenwand bauen, die wir auf der Wiese aufstellen werden. Wildbienen sind die wichtigsten Bestäuber in der freien Natur. Nur durch die Bestäubung der Blüten können sich Früchte bilden.

 

Herr vom Lehn  brachte uns auch auf die Idee, Lesesteinhaufen auf der Wiese  zu errichten.

Wir fragten uns zuerst, was das wohl ist? Steinhaufen, auf die man sich setzt, um Bücher zu

lesen?  Herr vom Lehn klärte uns auf. Früher  haben die Bauern  Steine vom Acker gelesen und  Haufen am Feldrand aufgestapelt. Auch Eidechsen und Ringelnattern liegen gern in der Sonne auf den Steinen.

 

Einige Apfelbäume auf der Streuobstwiese sind abgestorben. Beide Klassen beschlossen noch je einen zu pflanzen. Die Kinder klasse 4a entschieden sich für einen Apfelbaum der Sorte ‚Ontario’, die Kinder der 4b wählten einen  ‚Boskop’. Nun haben wir auch noch eigene Obstbäume auf der Streuobstwiese.    

 

Im Laufe des Projektes haben wir mit unseren Klassen unseren Lehrern sowie mit unseren Eltern und Geschwistern die Streuobstwiese besucht. Drei Kindergartengruppen haben sich ebenfalls am Wettbewerb erlebter Frühling beteiltigt. Jetzt kennt fast jeder in Bergholz-Rehbrücke die Streuobstwiese und wir Kinder aus Bergholz-Rehbrücke haben den Bundespreis des Naju gewonnen.

   
Weitere Info:
Organisation: Otto-Nagel Grundschule, Klassen 5a und 5b
Ort: Nuthetal
Internet: http://otto-nagel-schule @web.de
   
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