Gliederung 1. Einleitung 2. Beschaffung von Informationen über die Biologie der Schmetterlinge 3. Ursachen der Bedrohung 4. Aktionen zur Erhaltung der Artenvielfalt 4.1 Aufklärung der Bevölkerung 4.2 Beispiel "Vortrag zur Naturgerechten Gartengestaltung" 5. Fazit und Diskussion weiterer Aktionen
1. Einleitung Ich habe Freude an der Natur und ihrer Erkundung, besonders an den Tieren in ihrer natürlichen Umgebung. Mich faszinieren vor allem Schmetterlinge, ihre Farbenpracht und Artenvielfalt. Da ich über die Medien immer wieder von dem rasanten Artensterben hörte und den Rückgang der Schmetterlingspopulation in meiner heimischen Umgebung beobachtete, wurde mir bewusst, dass ich, wenn ich mich noch länger an den "Boten der Götter" erfreuen wollte, ihnen helfen musste.
2. Beschaffung von Informationen über die Biologie der Schmetterlinge Um den Schmetterlingen helfen zu können, musste ich mich erst einmal über die Tiere informieren. Ich züchtete Schmetterlinge in einem eigens konstruierten Terrarium, damit ich die Falter, ihre Entwicklung und ihre Lebensgewohnheiten besser kennen lernte. Ich interviewte den stellvertretenden Vorsitzenden des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und erfuhr so eine Menge über die Schmetterlingspopulation in meiner Umgebung. Außerdem besuchte ich den Schmetterlingspark in Sayn, wo ich mit einer Biologin ins Gespräch kam und mir so Informationen über die Biologie der Schmetterlinge beschaffen konnte. Des weiteren sprach ich mit einem Biologiestudenten, der mir die biologischen Zusammenhänge der Bedrohung noch einmal verdeutlichte. In einer aufwändigen Versuchsreihe testete ich die Reaktionen der Raupen auf verschiedene Sinneseindrücke, wie zum Beispiel Geschmack und Geruch, um ihre Lebensbedingungen zu erforschen. Die Ergebnisse dieser Versuchsreihe konnte ich anschließend auf die Lebensverhältnisse der Schmetterlinge in ihrem Lebensraum beziehen und so feststellen, warum die Schmetterlinge bedroht sind. Die Biologie der Falter kann auf meiner Website www.butterfly-info.de nachgelesen werden.
3. Ursachen der Bedrohung Ich ermittelte folgende Ursachen. Einige Arten, wie z. B. der Beerentaubenkropf-Kapselspanner (Perizoma Lungdunaria), sind monophag, d. h. die Raupen dieser Arten fressen nur eine ganz bestimmte Futterpflanze. Wenn diese Fraßpflanze der Raupe nicht zur Verfügung steht, verhungert die junge Larve. Da es viele Arten gibt, die Unkraut fressen und dieses in unseren Gärten und auch in öffentlichen Parks nicht gerne gesehen wird, gehen auch in Nordrhein-Westfalen gehäuft Falterarten ein. Außerdem wird in vielen Gärten großer Wert auf „Englischen Rasen“ gelegt, sodass dort nur wenige verschiedene Pflanzenarten vorhanden sind. Weil das Nahrungs- und Lebensraumangebot - darunter spielen auch Pflanzen eine große Rolle - für Tiere möglichst groß sein sollte, können auch nur wenige Falterarten hier ein Zuhause finden. In Gärten mit Englischem Rasen findet man nur null bis drei Falterarten. Naturgärten sehen bis zu 30 Schmetterlingsarten als Heimat an. Ebenso schaden Monokulturen dem Schmetterlingsbestand. Auch sollte darauf geachtet werden, dass möglichst heimische Pflanzen angepflanzt werden. Mit exotischen Pflanzen können heimische Arten nichts anfangen, nur der Sommerflieder, in unseren Breiten auch Schmetterlingsstrauch genannt, setzt sich mehr und mehr durch. Oft werden auch Herbizide und Pestizide verwendet, die die Larve einer Art beim Fressen aufnimmt. So gelangen Schädlingsbekämpfungsmittel in ihren Körper und töten sie. Ein weiterer Grund des Artenschwindens in meinem Heimatraum ist, dass große Naturgebiete durch die Versiegelung von Straßenbau und durch den Bau von Gewerbegebieten usw. aufgrund der wachsenden Bevölkerung bzw. des immer größer werdenden Flächenbedarfs verschwinden. So wird der Lebensraum vieler Tierarten vom Menschen beschlagnahmt. Auch Industrie- und sonstige Abgase beschränken die Schmetterlingspopulation.
4. Aktionen zur Erhaltung der Artenvielfalt Die Beschäftigung mit dem Thema Schmetterlinge und ihrer Bedrohung begeisterte mich immer mehr und so fiel es mir nicht schwer, Ideen zur Rettung der Schmetterlinge in meiner Umgebung zu entwickeln. Sofort wurde mir klar, dass die Schmetterlinge zum Überleben mehr natürlichen bzw. naturnahen Lebensraum und die nötigen Futterpflanzen benötigen. Ich reservierte hierfür zunächst eine Ecke in unserem Garten, in der ich den heimischen Schmetterlingen und Raupen genügend Platz und Fressmöglichkeiten bot. Hierbei musste ich darauf achten, dass ich möglichst beliebte Futterpflanzen anpflanzte, vor allem bestimmte Wildpflanzen. 4.1 Aufklärung der Bevölkerung Ich unterhielt mich mit Mitschülern, Freunden, Nachbarn und Bekannten über meine Forschungsarbeit und so erfuhr ich, dass die Bevölkerung nur sehr wenig über Schmetterlinge und ihre Bedrohung weiß. Deshalb war meine nächste Hilfsmaßnahme, die Aufklärung der Menschen in meiner Umgebung. Ich nahm mir vor, die verschiedenen Zielgruppen, die ich mit meinen verschiedenen Aktionen ansprechen wollte, zum umweltfreundlichen Handeln, vor allem zur Lebensraumerhaltung von Pflanzen und Tieren, zu überzeugen. Ich setzte also bei GrundschülerInnen auf die personelle Identifikation mit den Raupen, indem die Kinder diese sammeln und ihre Metamorphose beobachten konnten. Denn nur was man lieb gewinnt, kann man auch wirklich schützen. Bei den Jugendlichen setzte ich den Schwerpunkt schon eher auf das große Problem der Bedrohung und des Artenschwundes, um den SchülerInnen klarzumachen wie wichtig es ist, umweltfreundlich zu handeln. Natürlich verdeutlichte ich bei jeder Aktion, wie man den Schmetterlingen helfen kann. Ich gestaltete also einen Projekttag in einer Grundschule, hielt einen Vortrag in meiner Klasse und informierte zahlreiche Besucher des Frühlingsfestes an einer Grundschule über Schmetterlinge und ihre Bedrohung und wie man ihnen helfen kann. Des weiteren schrieb ich einen Artikel für die schuleigene Homepage, bepflanzte den Schulgarten und machte an einem Stadtfest durch einen Stand auf die Bedrohung aufmerksam und regte zu erster Hilfe für Schmetterlinge an. Ermuntert von den positiven Rückmeldungen meiner Gesprächspartner veröffentlichte ich einen Zeitungsartikel, woraufhin ich ganz überraschend die Anfrage für die schmetterlingsfreundliche Gestaltung des Vorgartens einer Werbefirma erhielt. Die Vorgartengestaltung bewältigte ich mit Hilfe einer Biologin und Gartengestalterin. Durch die Kontaktaufnahme mit der Gartengestalterin lernte ich, auch wirtschaftliche Aspekte in meine Aktionen mit einzubeziehen. Außerdem entwickelte ich ein Faltblatt und eine eigene Homepage (s. www.butterfly-info.de) zu diesem Thema. 4.2 Beispiel "Vortrag zur Naturgerechten Gartengestaltung" Ein für mich sehr spannendes Erlebnis war der Besuch einer siebten Klasse des städtischen Gymnasiums. Hier hielt ich einen Vortrag über Naturgerechte Gartengestaltung in Anlehnung an die schmetterlingsfreundliche Gestaltung eines Schulgartens mit Teichanlage. Dieses Thema ist wegen des Mangels an Pflanzenvielfalt, der sich auch negativ auf die Tierpopulationen auswirkt, zur Erhaltung der Schmetterlinge, allgemein zur Erhaltung der Vielfalt der Natur besonders wichtig. Für die Klasse war es besonders interessant, weil die Biologielehrerin mit SchülerInnen der Klasse eine Teich-AG gegründet hat, die daran interessiert ist, den Schulgarten inklusive der Teichanlage naturgerecht zu gestalten. Dann kann man in Zukunft im Schulgarten Biologie unterrichten. Nachdem alle technischen Vorbereitungen getroffen worden waren, stellte ich mich und mein Projekt „Schmetterlinge in Not – erste Hilfe für bedrohte Arten!“ anhand einer Powerpointpräsentation kurz vor. Ich machte auf den Aspekt der Bedrohung heimischer Schmetterlingsarten aufmerksam und begründete die Frage, warum die Naturgerechte Gartengestaltung sehr wichtig für die Artenerhaltung ist, damit, dass man durch solche Projekte der Natur ein Stück Lebensraum zurückgeben kann. Hierbei erörterte ich den Fachbegriff „Ökologisches Gleichgewicht“ und machte nun die Punkte deutlich, die für eine naturnahe Planung wichtig sind. Anschließend ging ich zur Gruppenarbeitsphase über, in der die Schülerinnen und Schüler einer siebten Klasse und die Mitglieder der Teich-AG anhand von Pflanzenlisten auf Arbeitsblättern eigene Planungen für den Schulteich entwickelten. Nach cirka zehn Minuten wurden die Ergebnisse, die auf einem Ideenplan pro Gruppe eingetragen worde waren, eingesammelt und an die Teich-AG weitergegeben, damit diese mit der betreffenden Lehrerin die beste Planung auswählen und verwirklichen kann. Der Erfolg der Aktivität wird dann in den nächsten Jahren anhand einer Schmetterlingszählung abgelesen. Dazu tragen die SchülerInnen der Klasse 7 und die Teich-AG ab Frühjahr 2008 alle Schmetterlinge in Listen ein, die sie auf dem Gelände des Schulteichs beobachten. Die Daten werden an mich weitergegeben und ich habe so die Möglichkeit, eine Datenbank zu erstellen. Zum Abschluss schenkte ich meinen sehr aufmerksamen und interessierten Zuhörern einen Sommerflieder (Schmetterlingsbaum) und einen Hibiskus als meinen Beitrag zur Naturgerechten Gartengestaltung des Schulgartens. In Zukunft wird eine schmetterlingsfreundliche Planung der Schulteichanlage umgesetzt und im Sommer werde ich das Siebengebirgsgymnasium ein weiteres Mal besuchen, um bei einer Schmetterlingsaktion, evt. spät abends, live dabei zu sein. Für mich war dieser Morgen eine ganz besondere Erfahrung, weil ich nicht wusste, wie sich die Mädchen und Jungen mir gegenüber verhalten würden und ob sie Interesse an meinem Vortrag zeigen würden. Ich war jedoch erleichtert, als ich merkte, dass ich als Respektperson anerkannt wurde, nachdem ich mich mit der Powerpointpräsentation kurz vorgestellt hatte.
5. Fazit und Diskussion weiterer Aktionen Mittlerweile werde ich in meinem Umfeld als Expertin anerkannt und erhalte positive Rückmeldungen von vielen Seiten. Ich konnte durch meine Website ein Netzwerk von Schmetterlingsrettern erstellen. Die Kontakte reichen bis in die USA, wo ich mit einer Biologin in Verbindung stehe, die das Migrantionsverhalten des Monarchfalters dokumentiert. So beschäftigt mich heute die aktuelle Frage, ob die Schmetterlinge sich an den Klimawandel anpassen können oder welche Entwicklungen sich abzeichnen werden. Außerdem sehe ich, dass es immer noch zu wenige Menschen gibt, denen die großen Umweltprobleme bewusst sind. Deshalb ist auch schon eine weitere Aktion geplant. Ich werde im Sommer während der Projektwoche meiner Schule ein eigenes Projekt zur Schmetterlingsrettung gestalten. Im Endeffekt sehe ich für mein Projekt eine große Chance viele Menschen zu erreichen, weil mit relativ einfachen Mitteln, wie dem Anpflanzen von schmetterlingsfreundlichen Pflanzen, schon sehr schnell Erfolge sichtbar werden. |
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| Weitere Info: | |
| Organisation: | Einzelperson |
| Ort: | Bad Honnef |
| Internet: | http://www.butterfly-info.de |

